Allgemeine Schutzmaßnahmen, Tauchtauglichkeit und Impfung

Nach wie vor befinden wir uns in einer dynamischen Situation mit fortbestehenden Wissenslücken, die eine Ände - rung der folgenden, nicht umfänglichen Einschätzung ergeben kann.

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) ist ein Virus, das sich über Luftwege in Tröpfchen verbreitet (Husten, Niesen, Nase putzen, feuchte Aussprache o. Ä.).

Die korrekte persönliche Hygiene zur Infektionsprävention beinhaltet u. a. regelmäßiges Händewaschen für jeweils mindestens 20 Sekunden, Abstand halten und Vermeidung direkten Körperkontaktes sowie das Vermeiden der Berührung von Augen, Mund und Nase. Weitere Maßnahmen der persönlichen Hygiene sind Husten und Niesen in die Armbeuge sowie das korrekte Tragen eines Mund-Nasenschutzes.

Generell gilt, dass wir alle zu ressourcenschonendem Verhalten angehalten sind und unsere taucherischen Aktivi - täten der Verfügbarkeit von Mitteln in der Gesundheitsfürsorge anpassen sollten, (z. B. für den Patiententransport und die Behandlung). Wichtig zu beachten ist, dass Atemausrüstung nicht gemeinsam verwendet wird. Dies ist aber nicht völlig auszuschließen im Fall eines out-of-air-Zwischenfalls unter Wasser. Auch die Verwendung von Lei- hausrüstungen kann ein Risiko für die Übertragung des Virus bedeuten. Wenn Leihausrüstung zum Einsatz kommt, dann sollte für den jeweiligen Kurs jedem Teilnehmer die Ausrüstung für die gesamte Kursdauer zur Verfügung gestellt werden. Die Taucherausrüstung sollte nach der Nutzung desinfiziert werden. Dies gilt insbesondere für Atemregler, BCDs (Buoyancy Control Device), Schnorchel und Masken, die anprobiert/ benutzt werden. In Europa gibt es bei dem ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) eine Liste von Desinfektionsmitteln, die effektiv gegen das SARS-CoV-2-Virus einsetzbar sind. Unabhängig davon, welche der Maßnahmen oder Inhalts- stoffe gewählt werden, ist von allerhöchster Bedeutung, dass die Effektivität dieser Maßnahmen zur Desinfektion gegen das Coronavirus bewiesen und die Nutzung vom Hersteller der Tauchausrüstung freigegeben worden ist. Nach Möglichkeit sollte bei allen Tauchaktivitäten immer die eigene Ausrüstung verwendet werden.

Generell besteht das Risiko der Virusübertragung bei der Durchführung aller Module an Land und an der Wasser- oberfläche. Allerdings findet die Ausübung des Tauchsports typischerweise im 2er- oder 3er-Team statt, was das Infektionsrisiko verringert.

COVID-19 ist eine Erkrankung mit einer sehr großen Bandbreite der Erkrankungsschwere. Solange Symptome vor- handen sind, gleich welcher Art (Fieber, Husten, Kopfschmerz, Atemnot, Geruchs- oder Geschmacksstörung oder extreme Müdigkeit), muss auf das Tauchen verzichtet werden. Zu berücksichtigen ist, dass auch bei scheinbar sym - ptomloser Infektion Veränderungen an Lunge, zentralem Nervensystem, Nieren oder Herz auftreten können.

Tauchen nach Impfungen

Es kann auch nach einer Corona-Impfung in sehr seltenen Fällen zum Auftreten von Herzmuskelentzündungen oder Long-COVID ähnlichen Symptomen kommen. Sollten Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Leistungsverlust, Kon- zentrationsschwierigkeiten noch einige Tage nach der Impfung bestehen oder neu auftreten, ist es erforderlich einen Arzt zu konsultieren. Bei kurz anhaltenden Nebenwirkungen (bis zu 3 Tage) gilt wie für alle Impfungen eine Tauchpause bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit. Am Tag der Impfung sollte auch bei Beschwerdefreiheit nicht getaucht werden.

Bei Verdacht auf persistierende Schäden im Bereich von Herz und Lunge sollte im Rahmen der Tauchtaug- lichkeitsuntersuchung nach einer COVID-19-Infektion unabhängig vom Alter besonderer Wert auf eine Belastungsergometrie und eine Lungenfunktionsprüfung / Spirometrie gelegt werden (am besten im Ver- gleich zu Vorbefunden), um eine relevante Beteiligung dieser Organe ausschließen zu können. Sollten hier auffällige Werte erhoben werden, sind ergänzende Untersuchungen angezeigt. Hierbei gilt es, besonderes Augenmerk auf postinfektiöse pulmonale Narben, pleurale Adhäsionen (Verwachsungen der Lungen-/Brust- membran), pulmonale Kavitäten (Hohlräume in der Lunge) und Fibrosen (krankhafte Vermehrung des Bin- degewebes in Organen) sowie myokardiale Veränderungen zu legen.


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